From Hell


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Lukt Til Helvete-Tour in Erfurt

backstage



Chaos Empire Sonderevent/ Black Metal

LUKT TIL HELVETE-Tour 2009

Taake bringen schwarzen Nebel über Erfurt


Der Geruch der Hölle verbreitete sich gestern Nacht in Erfurt. Die norwegische Black Metal-Band Taake ist auf Tour und mit ihnen ein Koffer voller Kontroversen. Im Rauch der Provokationen vergangener Jahre, für die sich Taake-Frontmann Hoest verantwortlich zeichnet, traten sie im Club From Hell in Bindersleben auf. Der Saal drohte aus allen Nähten zu platzen. Trotz des ungünstigen Konzerttermins am Montag, waren zahlreiche Besucher erschienen. Die einen trieb die Freude und Erwartung des Konzertes dorthin, die Musik, die Begeisterung – die anderen waren womöglich neugierig und gespannt, ob es erneuten Ärger und Ausraster auf der Bühne geben würde.

Ørjan „Ulvhedin Hoest“ Stedjeberg ist das einzig konstante Mitglied der seit 1995 bestehenden Band. In dieser Zeit haben Taake vier Split-CDs und vier Studioalben veröffentlicht. Zwischenzeitlich lag die Band auch auf Eis, da Hoest sich anderen Projekten widmete oder Haftstrafen wegen Gewaltverbrechen absitzen musste. Das macht einen Konzertbesuch bei Taake wahrscheinlich so reizvoll für viele. Denn der Künstler wirkt nicht nur nach außen bedrohlich, er scheint es auch zu sein. So trat er im März 2007 in einem Essener Club mit einem Hakenkreuz auf der Brust auf und bewarf das Publikum mit Bierflaschen. Viele Veranstalter, so zum Beispiel auch das Party.San Open Air, strichen Taake daraufhin von der Besetzungsliste ihrer Events. Es folgte eine magere Entschuldigung von Hoest und das Versprechen, derartige Entgleisungen in Zukunft zu vermeiden. Dennoch blieben Zweifel. Nun ist die Band wieder unterwegs auf den Bühnen Europas. Das Line Up des gestrigen Abends bestand neben Taake aus Creature, Ctulu und der in Thüringen bekannten Band Infaust.




Ctulu, eine junge, fünfköpfige Black Metal-Band aus Niedersachsen, sprang kurzfristig für zwei Konzerte der Lukt til Helvete-Tour als Supporting Act ein. Die beiden Auftritte kamen für die Band so überraschend, dass Sänger Stefan von den beiden Gitarristen Matthias und Arne gesanglich vertreten werden musste. Das sollte den Eindruck, den Ctulu in Erfurt hinterlassen würden, nicht beeinträchtigen. Sie eröffneten mit Feuer den Abend. Und Metal beginnt pünktlich. Um Punkt 20.00 Uhr begann der Angriff auf Ohren und Augen des Publikums.



Der nachfolgende Act Infaust badete on Stage in Kunstblut. Die Musiker aus Mühlhausen/ Eisenach geben keine Konzerte, sondern führen Schlachten auf einem brutalen Klangteppich, den sie auf die Zuschauer loslassen. Die Thüringer haben sich auf Black Metal spezialisiert. Unter dem Banner des Black Metal stand der gesamte Abend. Die Inszenierung war bei Infaust ebenso wichtig wie das Songmaterial. Warpaint all over. Strumming like hell. Die Performance statisch leidend. Die Mimik entglitten. Gott ist tot. Es lebe Black Metal!



Die dritte Band des Abends – Creature aus Baden-Württemberg – schaffte es, auf der Bühne eine bedrohliche Atmosphäre zu erzeugen. Ein wohl idealer Warm Up für die Headliner Taake. Creature spielten rasenden Black Metal mit einem Hauch Melodie. Im Gepäck hatten sie ihr aktuelles Album „Feindtbild“. Die Songs schredderten sich in die Gehörgänge und bereiten nur ab und an, wenn das Tempo gemäßigt wurde, dem Trommelfell Schonung.



Taake nun betraten kurz nach 23.00 Uhr die Bühne des From Hell. Spannung lag in der Luft. Die befürchtete Provokation, der Skandal jedoch blieben aus. Keine Hakenkreuze, keine Naziparolen. Stattdessen gab es puren, harten Black Metal. Salven aus der Hölle, wenn man so will. Die inszeniert toten Augen des Sängers blickten gierig in das Publikum, dass die ihm die Hände willig entgegenstreckte. Taake spielten Black Metal in seiner aggressivsten Reinform. Frontmann Hoest stand kaum eine Minute still, immer in Bewegung, immer im Wechselspiel mit dem Publikum. Es sollten während dieses Konzertes keine Flaschen ins Publikum fliegen. Niemand sollte beleidigt oder angegriffen werden. Auf der Bühne stand eine Band, die ihr Songmaterial präsentieren wollte. Taake boten eine energiegeladene Show, für die sich das Warten gelohnt hatte. Sie konnten sich freispielen von jenem Skandal 2007 in Essen. Keine bösen Worte, keine Aussetzer. Eine geile Show und pure fucking Metal. So wie es sein sollte. Weitere Informationen zur Tour und den beteiligten Bands gibt es unter http://www.wolfszeit-festival.de








Fotos: Maik Gaede

Text. Doreen Brand

© 2009 [a]live: promotion

http://www.myspace.com/aliveerfurt



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